Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
G
lasmuseum Weißwasser !

Museum

Service

Vortrag:
„Forschung zur Geschichte der Treuhandanstalt: Die Transformation der ostdeutschen Glasindustrie“

Von Georg Goes

3. Oktober 2020, 15 Uhr, Museum Baruther Glashütte, Galerie Packschuppen
 



Nach den Vortrag besteht die Möglichkeit der geführten Besichtigung der Sonderausstellung „Glas 1990. Die ostdeutsche Glasindustrie in den ‚Treuhandjahren‘“ (28.6.-15.11.2020)

Georg Goes (Foto: Kreidezeichnung von Gabriele Klose) leitet als Historiker das Museum und Glasstudio Baruther Glashütte. Sein Vortrag führt allgemein in die aktuellen Forschungen zur Treuhandanstalt und die Quellenlage im Bundesarchiv ein. Das spezielle Beispiel der Glasindustrie beschreibt den Strukturwandel an den Glasstandorten der Nieder- und Oberlausitz. Nur wenige produzierende Glashütten haben die Zeit der Transformation überstanden. Die meisten der vor 30 Jahren 30.000 Beschäftigten der ostdeutschen Glasindustrie haben ihre angestammten Arbeitsplätze verloren. Aus der Perspektive des Museums Baruther Glashütte ist dies auch ein Kulturverlust, weil viele Mundglasmacher ihr industriehandwerkliches Können nicht weiter ausüben konnten. Die Notwendigkeit, das Immaterielle Kulturerbe der manuellen Glasfertigung zu bewahren (Foto: Christoph Hübner, Immaterielles Kulturerbe der Manuellen Glasfertigung im Glasstudio im Museum Baruther Glashütte) liegt auch in dieser Phase der frühen 1990er Jahre begründet. Eine geführte Besichtigung der Ausstellung im Anschluss an den Vortrag vermittelt anhand ausgewählter Gläser die Breite der Sortimente und das gute gestalterische Vermögen im Kombinat Lausitzer Glas (Foto: Glasschale „Mandy“, VEB Glaswerk Schwepnitz, Entwurf Fritz Keuchel).

Der Vortrag findet in der Galerie Packschuppen statt, die derzeit die Ausstellung „60 Sachen. Werke von Gabriele Klose“ zeigt. Der Raum bietet genug Platz, um die Abstände zur Pandemie-Eindämmung einzuhalten. Der Eintritt ist frei - Spenden sind willkommen.

Zur Ausstellung:

Das Museum Baruther Glashütte widmet sich, 30 Jahre nach Gründung der „Treuhand-Anstalt“ einem aktuell viel diskutierten Thema, das voller Emotionen und Stereotype steckt: Die Privatisierung volkseigener Betriebe und Kombinate durch die Treuhand und ihre Nachfolgeorganisationen.

Die Ausstellung präsentiert etwa 200 Gläser, Archivalien, Grafiken und zwei Projektionen. Gleichwohl ihr Schwerpunkt auf der Glasindustrie, Ihren Beschäftigten, ihren Produkten und ihrer Kultur liegt, vermittelt die Sonderausstellung auch die grundlegende wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwandlung, die zuletzt auch als »große Transformation« gewertet wurde und eine »Einheitskrise« bewirkte.

Ein auf die Glas-Branche fokussierter Blick soll sich auf die Jahre des Umbruches um 1990 mit Schwerpunkt auf Brandenburg und Sachsen mit den früheren Bezirken Cottbus und Dresden richten. Betriebe, die besonders in den Blick genommen werden, sind die Glaswerke Döbern, Großräschen, Langewiesen, Ottendorf, Reichenbach, Rietschen, Schwepnitz, Tschernitz und Weißwasser.

Es wurden ausgewählte Quellen aus dem Bundesarchiv aus dem Bestand der Treuhandanstalt und aus dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv gesichtet, wenngleich diese Forschung auch angesichts der Archivschließungen im März und Mai noch nicht abgeschlossen werden konnten.

Durch großzügige Leihgaben von Siegfried Kohlschmidt, Birgit und Dieter Schaich, dem Glasmuseum Weißwasser und anderen können wir sowohl ausgewählte Gläser der volkseigenen mitteldeutschen Glashütten als auch solche der ab 1990 privatisierten Betriebe vorstellen. Hierdurch wird die vielfach gestalterisch hohe Qualität der ostdeutschen Glasindustrie bis 1989 deutlich. Bildpräsentationen und Grafiken sollen die Betriebsgrößen, Namen von Gestalterinnen und Gestaltern sowie Produktionsmengen vermitteln.

Statt einen Katalog zu erstellen, hat das Glashütter Museumsteam mit Georg Goes, Samira Quanz und Anna Rohr die Exponate auf der Internetplattform »Museum-Digital« digitalisiert und kommentiert.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Landkreis Teltow-Fläming, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur sowie den Museumsverein Glashütte e.V. und die Heimatstiftung Museumsdorf Glashütte.

Ausstellungsobjekte auf der Internetplattform „Museum-Digital“: https://brandenburg.museum-digital.de/index.php?t=listen&gesusa=304&instnr=57&cachesLoaded=true

Quelle: Museumsverein Glashütte Baruth, im September 2020


© Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
E-Mail:
info@glasmuseum-weisswasser.de
Aktualisierung:
30.09.2020


Georg Goes, Kreidezeichnung von Gabriele Klose
Christoph Hübner, Immaterielles Kulturerbe der Manuellen Glasfertigung im Glasstudio im Museum Baruther Glashütte
Glasschale „Mandy“, VEB Glaswerk Schwepnitz, Fritz Keuchel