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Sowjetisches Ehrenmal wird für 36000 Euro erneuert

Von Thomas Staudt



Der Gedenkpfad für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Weißwasseraner Friedhof nimmt Gestalt an. Er soll möglichst noch 2010 eingeweiht werden.

Jede für sich leicht schief, auf alle Fälle uneben säumen Bodenplatten das Sowjetische Ehrenmal auf dem Friedhof. Der Obelisk selbst zeigt unschöne Risse. Außerdem ziehen sich rundherum Graffiti beziehungsweise „Tags“ (dt. Schriftzüge), die der Würde und der Bedeutung des Denkmals unangemessen sind. In Bälde wird es hier anders aussehen. Mit Mitteln der Landesförderstelle für Familie und Soziales soll das Monument, das an achtzig im 2. Weltkrieg gefallene Soldaten erinnert, noch dieses Jahr runderneuert werden. 36000 Euro lässt sich die dem Ministerium untergeordnete Stelle in Chemnitz sich das kosten. Das Geld ist bereits bewilligt, die Ausschreibung läuft.

Im Zuge der Arbeiten sollen auch die drei Grabtafeln aufgestellt werden, die momentan noch bei der Friedhofsverwaltung lagern. Zusätzlich werden mit dem Geld eine ganz neue Zuwegung für Behinderte geschaffen und die Wege und das Grün ringsum in einen würdigen Zustand versetzt.

Mit der Renovierung des Sowjetischen Ehrenmals gewinnt der Gedenkpfad für die Opfer von Krieg und Gewalt deutlich an Konturen. Seit 2003 arbeitet die Denkmalkommission der Stadt laut ihres Vorsitzenden Günter Segger an der Verwirklichung des Gedenkorts. Dazu gehören auch die beiden Gräberfelder für die Soldaten des 1. und 2. Weltkriegs, der Ehrenhain für die Opfer des Faschismus und der jüdische Friedhof.

Alle Bestandteile haben ihre ganz eigene Geschichte. Der Ehrenhain stammt vom Ende der 70er Jahre und gehört zur antifaschistischen Erinnerungskultur der DDR. Zeitlich etwas früher datiert das Sowjetische Ehrenmal. Zum Republikgeburtstag am 7. Oktober wurde es 1974 eingeweiht. Die Entstehung der Soldatengräber ist zeitlich sehr unterschiedlich. Vor rund drei Jahren wurden hier weitere Steinkreuze aufgestellt und die Reservistenkameradschaft Braunschweig brachte das Gelände bei einem Arbeitseinsatz wieder auf Vordermann. Ursprünglich durch den Truppenübungsplatz Haide zustande gekommen, besteht der Kontakt bis heute. Ab nächster Woche werden die Reservisten einen weiteren Arbeitseinsatz leisten. Dieses Mal auf dem Friedhof Bad Muskau.

Der älteste Teil des Gedenkpfads ist der jüdische Friedhof. Er geht auf eine Initiative des Glasfabrikanten Josef Schweig zurück. 1902 kaufte er das Areal als Grablege für seine Familie und vermachte es 1910 der Stadt. 1978 wurde es eingeebnet, soll nun aber wieder kenntlich gemacht werden (SZ berichtete). Eine Gedenktafel für die jüdische Geschichte und den jüdischen Friedhof in Weißwasser wird derzeit mit der jüdischen Gemeinde Dresden und dem Zentralrat der Juden in Deutschland abgestimmt. Gehen die zeitlichen Planungen auf, sollen der jüdische Friedhof im August/September, der gesamte Gedenkpfad zum Volkstrauertag am 14. November eingeweiht werden. Weißwasser gewinne mit dem Gedenkpfad nicht nur an geschichtlichem Profil, sondern auch einen würdigen Ort für die kollektiven Gedenktage im Jahreskalender, so Sozial- und Kulturfachgebietsleiter Karl-Heinz Melcher.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 27.04.2010


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Aktualisierung:
27.04.2010