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Weißwasser? Glasmuseum Weißwasser ! |
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Service |
Letzte Handgriffe vor Eröffnung der Wagenfeld-SchauVon Thomas Staudt
Mit äußerster
Präzision setzt Elvira Rauch eine Glastasse behutsam in die Vitrine.
Lothar Otto rückt ein Glasservice nach allen Regeln der Kunst
zurecht. Beim Aufbau der Jubiläumsschau zu Ehren von Wilhelm
Wagenfeld ist Vorsicht geboten. Einige der Ausstellungsstücke, wie
die gläserne Teekanne, haben einen Versicherungswert von mehreren
tausend Euro. Die Leiterin des Glasmuseums und ihre tatkräftige
Unterstützung aus dem städtischen Eigenbetrieb Kultur und Sportstätten
tragen deshalb Handschuhe.
Der aus Bremen stammende Silberschmied und Gestalter Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) ist eng mit Weißwasser verbunden. Zunächst war er in der Künstlerkolonie Worpswede und am Bauhaus Weimar tätig. Er setzte international Maßstäbe im Bereich Produktdesign. Seine Entwürfe, wie das Salz-und-Pfeffer-Set „Max und Moritz“ oder die berühmte Bauhaus-Tischleuchte gelten heute als Design-Ikonen. Beide sind in der Ausstellung zu sehen. Karl Mey, Aufsichtsratschef der Vereinigten Lausitzer Glaswerke, holte Wagenfeld 1935 nach Weißwasser und betraute ihn mit der Revision des damals 60000 Einzelartikel umfassenden Sortiments. Wagenfeld gab dem Industriemuseum ein Gesicht und machte die Raute zu ihrem Markenzeichen. Das Glasmuseum bewahrt einen Großteil der Entwürfe und Produkte aus der Zeit. Sie sind Teil der ständigen Ausstellung. Nun wurde sie um wichtige Exponate erweitert, die sonst nicht zu sehen sind. Für die Sonderschau im Erdgeschoss kamen zusätzlich rund 30 Einzelstücke und Ensembles von der Wagenfeld-Stiftung aus Bremen. Sie geben einen Überblick über alle Schaffensperioden. Das Ausstellungsdesign stammt übrigens von Lothar Otto. Ob die Quadrate in Orange, Flieder und Schwarz dem Meister gefallen hätten, kann vielleicht seine Tochter beurteilen. Sie wird zur Eröffnung heute um 18 Uhr anwesend sein. Wagenfeld – Die Ausstellung, 26. März bis 13. Juni, Glasmuseum Weißwasser, Forster Str. 12.
Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 26.03.2010
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