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DDR-Indianer
und BRD-Cowboys friedlich vereint Von Regina Weiß
«Es ist
diesmal eine ganz besondere Ausstellung – eine, die mit Glas überhaupt
nichts zu tun hat. Wir hoffen, dass all unsere Gäste viel Freude und
Spaß beim Betrachten der Ausstellungsstücke haben werden» , so Horst
Mai vom Förderverein des Glasmuseums.
Zusammengetragen hat die Ausstellung der Vetschauer Peter Rapkow. Erst seit sechs, sieben Jahren sammelt er. Dafür habe ihn der Virus besonders stark infiziert. Angefangen habe es mit Spielzeug und dem Gang auf Flohmärkte. Herausgekommen ist dabei seine erste Ausstellung mit Indianer- und Cowboyfiguren aus Ost- und West sowie herrlich gestalteten Dioramen (Schaubilder) mit Szenen aus dem Wilden Westen. Diese wurden von Roland Schaffrin geschaffen und sind alles Unikate. Peter Rapkow gibt zu, wenn die Schaubilder nicht in einer Ausstellung zu sehen sind, dann kann er sich daran in seiner Wohnung erfreuen. Natürlich hat der 51-Jährige als Kind selbst mit Indianerfiguren gespielt. In vielen DDR-Haushalten waren die Figuren aus Gummi und Elastolin zu Hause. «Erst habe ich damit gespielt und gekaupelt, dann mein Sohn» , erinnert sich Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf. Danach verliert sich die Spur der Indianer in der Prärie. So manche Indianergruppe landete bei Umzügen im Müll. Um so schöner sind die Erinnerungen daran. «So ein Fort wollte ich immer haben» , heißt es in der Runde der Museumsbesucher. Schnell wird aufgezählt, was zum häuslichen Indianerdorf oder der Westernstadt gehörte. Mit Gojko Mitic und den Filmen wie «Die Söhne der Großen Bärin» , «Chingachgook, die große Schlange» oder «Apachen» gingen die Ideen zum Nachspielen nie aus. In der BRD sorgten die Karl-May-Verfilmungen mit den Darstellern Pierre Brice und Lex Barker dagegen für viele Indianer-Fans. Deshalb sind auch nicht nur Figuren aus DDR-Zeiten zu sehen, sondern auch jene, mit denen Kinder und Jugendliche vor 40 oder 30 Jahren in der BRD spielten. Die Fertigung der Aufstellfiguren begann in der DDR 1959 erzählt Peter Rapkow. «Das Material stammte aus Abfällen der Puppenproduktion im Raum Sonneberg» , so Rapkow. Im thüringischen Raum waren auch die meisten Hersteller zu Hause. «Die Figuren wurden in Privathaushalten handbemalt» , erklärt er. «Ich möchte Sachen zeigen, die es fast nicht mehr gibt» , so Rapkow. Und seine ganz persönliche Hoffnung ist es, dass möglichst viele Kinder die Ausstellung besuchen. Gelegenheit dazu bieten zum Beispiel die Sommerferien. Die Ausstellung ist bis zum 21. September zu sehen und das zu folgenden Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 10 bis 15 Uhr; Mittwoch 10 bis 17 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Weißwasser, vom 14.07.2008
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