Lausitzer Glas? Glas aus Weißwasser?
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Aus der Geschichte lernen und verstehen
Christian Köhler kommentiert Isolation und Abschottung, die auch in Weißwasser noch nie zu Wohlstand geführt haben.

 


An der Geschichte der Stadt Weißwasser lässt sich einiges ablesen, was auch heute noch Bestand hat. Etwa, dass Isolation und Abschottung noch nie zu Wohlstand geführt haben. Für die, die es noch nicht verstanden haben: Ohne Zuwanderung gäbe es keine „Glasmacherstadt“ Weißwasser. Und die „deutsche Heimat“, die in diesen Tagen von den Konservativen hoch gepriesen wird und (vor wem auch immer) verteidigt werden soll, hat zumindest, was Weißwasser und im Grunde die gesamte Lausitz betrifft, in hohem Maße von Zuwanderung profitiert. Lassen Sie sich also nichts einreden – bei aller berechtigter Kritik an so manchem (zum Teil kriminellen) Verhalten einzelner Neubürger – die Deutschen sind nach der Zuwanderung Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch nicht ausgestorben. Am Beispiel etwa des Juden Joseph Schweig, der seinerzeit von Hamburg nach Weißwasser kam, lässt sich zudem verdeutlichen, was jeder Einzelne tun kann, um seine Stadt lebenswerter zu machen – ganz egal, welche Herkunft, Religion oder welche Anschauung man hat. Joseph Schweig verstarb 1923. Das Grauen und die Flucht seiner Familie aus Deutschland und aus Weißwasser vor Terror und Willkür der Nazis hat er nicht mehr miterlebt.

Mein Fazit: Es lohnt sich, sich einmal mit der Geschichte der Stadt Weißwasser und Joseph Schweig zu beschäftigen. Dann merkt man nämlich, dass viele der heute geführten Debatten im Grunde schon uralt sind.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 12.09.2018


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Aktualisierung: 12.09.2018