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AUF EIN WORT:
Nicht jede Ruine ist ein Schandfleck
Über die Reste der ehemaligen Gelsdorfhütte
Von Thomas Staudt
Seitdem die Lehrlingsausbildung aus der ehemaligen Gelsdorfhütte Anfang der 70er Jahre auszog, dämmern das Gelände und die historischen Bauten vor sich hin. Heute präsentiert sich das Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof als Ruinenfeld, ungesichert, die verbliebenen Gebäude von Einsturz bedroht. In einer solchen Situation ist schnell von „Schandfleck“ die Rede, und Rufe nach dem Abriss werden laut.
Dass selbst mit einer Ruine noch etwas anzufangen ist, beweist das Glasmuseum Weißwasser. Bei Spezialführungen wird das nicht weit entfernte, völlig kaputte Gebäude als Anschauungsobjekt einbezogen– eine Museumsführung der anderen Art.
Noch lebendiger könnte eine solche Führung ausfallen, wäre das Gelände betretbar. Der Vergleich hinkt vielleicht: Aber Beispiele, wie das der Dresdner Frauenkirche, zeigen, was aus Ruinen werden kann. Sie können Mahnmal neuralgischer Punkte der Geschichte, Denkmal architektonischer Schönheit oder beides zugleich sein. In jedem Fall sind sie Zeugnisse gelebter Geschichte. Die Erinnerung an die einst blühende Glasindustrie in Weißwasser verblasst immer mehr. Pläne, deren Reste für spätere Generationen zu erhalten, wie von der Denkmalkommission angeregt, sind deshalb der richtige Weg. Jetzt gilt es nur, sie umzusetzen.
Quelle: Sächsische
Zeitung, Ausgabe Weißwasser vom 09.09.2011ews290411.htm
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