|
Beschichtung für Solarglas gilt für
Zukunftsagentur als Baustein für weitere Ansiedlungen
Beschichtung für Solarglas gilt für
Zukunftsagentur als Baustein für weitere Ansiedlungen
VON
Jürgen Scholz
Forst. Die nach
Angaben von Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) bisher größte
Investition in der Stadt wurde gestern in Forst vorgestellt. Die
Münchener Precision Coating GmbH will 30 Millionen Euro in eine Anlage
investieren, in der dünnes Solarglas mit einer Spezialbeschichtung aus
Zinkoxid versehen wird, durch die Fotovoltaik-Module leistungsfähiger und
leichter werden sollen, was den Einsatz im Fassadenbau ermöglichen
würde. In der ersten Phase werden nach Unternehmensangaben 42, in einer
möglichen Ausbauphase bis etwa 50 Arbeitsplätze entstehen.
Die Precision Coating GmbH wurde nach Angaben ihres Geschäftsführers
vor rund zwei Jahren gegründet und beschäftigte sich von Anfang an mit
Oberflächenbeschichtungen von Glas, beispielsweise mit
Antireflex-Schichten. Die neue transparente und leitfähige Schicht –
TCO genannt – soll den Wirkungsgrad von Photovoltaik-Anlagen um rund
fünf Prozent erhöhen. Was die Produktion in Forst aber so einzigartig
mache, seien die bis zu 2,20 mal 2,60 Meter großen Glasflächen, die
beschichtet werden können. Damit seien auch große Fotovoltaik-Module
denkbar, die in Fassaden integriert werden können, erklärte Wagner das
Besondere an der Forster Anlage. Erstmals soll bereits im April des
kommenden Jahres beschichtetes Glas aus Forst verkauft werden. Den
Rohstoff dafür – dünnes und sehr lichtdurchlässiges Glas – wird
das Unternehmen nach eigenen Angaben wohl zunächst aus China und der
Türkei importieren. Ob die auf der anderen Straßenseite geplante
Solarglasherstellung (Hintergrund) als Lieferant vorgesehen sei, ließ
Wagner offen: «Es gibt noch kein Musterglas aus der Produktion.»
Zunächst soll eine Produktionslinie der Glasbeschichtung aufgebaut
werden. Die lang gestreckte Halle bietet Platz für zwei Linien. Das
Glas wird gewaschen, beschichtet, von 300 auf 80 Grad herunter gekühlt,
die Oberflächenstruktur nach Kundenwunsch in der Ätzanlage verändert
und nach der Fertigstellung ausgeliefert. Größere Lagerkapazitäten
sind nach Angaben von Wagner nicht vorgesehen: «Unsere Kunden liegen in
unmittelbarer Nähe.»
Gerade die Nähe zu Solar-Anla gen herstellern sei neben der guten
Infrastrukturanbindung ein Grund gewesen, nach Forst zu kommen. Die
Ansiedlung von Precision Coating ist nach Ansicht von Wilfried
Lauterbach von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) «ein ganz
entscheidender Baustein» , um «weitere Unternehmen der Modulproduktion
anzusiedeln» . Es gebe die Infrastruktur und das Fachpersonal in der
Region.
Precision Coating benötigt nach Angaben von Geschäftsführer Wagner in
der ersten Produktionsphase 40 bis 42 Arbeitskräfte, die bei einer
zweiten Produktionslinie auf «50 plus» erhöht würden. In der
vollautomatisch arbeitenden Anlage würden Steuerungstechniker,
Staplerfahrer sowie Mitarbeiter in Buchhaltung, Verkauf und Organisation
benötigt, dazu Mitarbeiter, die als Elektriker oder Schlosser die
Wartungsarbeiten übernehmen können, die alle zwei Wochen für jeweils
16 Stunden notwendig seien.
Im Januar soll die Produktion angefahren werden, im April hofft Wagner
das erste beschichtete Glas verkaufen zu können. Bis zu 2,3 Millionen
Quadratmeter sollen im Jahr hergestellt werden können. Mit der Ardenne
Anlagenbau gebe es einen Exklusiv-Vertrag für das Kernstück der
Produktionslinie – für den Fall, das Precision dort weitere Anlagen
kauft, so Wagner. Dabei verwies er auf die Kapazitäten für eine zweite
Produktionslinie in der Halle – und die nimmt bisher nicht mal die
Hälfte des Grundstücks in Anspruch.
Hintergrund
Glashersteller als potenzieller
Nachbar in Forst
Gegenüber von Precision Coating will auf der anderen Seite
des Domsdorfer Kirchwegs die Münchener Solarglas AG nach
eigenen Angaben das modernste Flachglaswerk für die
Herstellung von Scheiben für Solaranlagen bauen. Die
Gesamtinvestitionssumme wurde zuletzt mit 60 Millionen Euro
angegeben, womit 120 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.
Quelle:
Lausitzer Rundschau, Ausgabe Forst, vom 06.06.2008
|
 |
|
Was
milchig verschmutzt aussieht, ist Hightech für
Fotovoltaik-Anlagen. Geschäftsführer Karsten Wagner von der
Precision Coating GmbH zeigt ein beschichtetes Glas, das den
Wirkungsgrad der Anlagen um fünf Prozent und mehr steigern
soll. Gleichzeitig sollen in Forst erstmals großformatige
Module bis zu einer Größe von 2,20 mal 2,60 Meter
beschichtet werden, die durch ihr Gewicht auch für den
Fassadeneinbau geeignet wären. Ab April 2009 sollen nach
Unternehmensangaben die ersten verkauften Produkte die fast 12
000 Quadratmeter große Halle verlassen, mit deren Bau im
Industrie- und Gewerbegebiet Forst diese Woche begonnen wurde.
Die Investitionskosten werden mit 30 Millionen Euro angegeben,
in der ersten Phase sollen an der ersten Produktionslinie etwa
42 Arbeitsplätze besetzt werden.
Foto: Jürgen Scholz
|
|