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Großeinsatz der Feuerwehr bei Stölzle
Aus einer Glasschmelzwanne tritt Schmelze aus.

Von Sabine Larbig



Wer Donnerstagabend gegen 22 Uhr durch die Berliner Straße in Weißwasser fuhr, sah schon von weitem die bunten Lichter von Feuer, Polizei und Rettungswagen. Auch Anwohner standen auf Balkons, an Fenstern und vor Haustüren, um zu sehen und zu erfahren, warum zig Feuerwehren mit Blaulicht auf das Gelände der Glasfabrik Stölzle Lausitz sausten, wo sie augenscheinlich in einem Einsatz waren.

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Grund für den Großeinsatz der Feuerwehren aus Weißwasser und Weißkeißel, die mit rund 30 Kameraden und 7 Fahrzeugen anrückten, war ein Leck an einer Glasschmelzwanne. Die Wanne wird zum Herstellen der Glasschmelze bei der Herstellung von Glas benötigt, wobei die Glasrohstoffe chargenweise oder kontinuierlich der Glasschmelzwanne zugeführt werden. Die Bestandteile (das Gemenge) werden dabei zu einer flüssigen Glasschmelze aufgeschmolzen.

Diese rund 1 500 Grad Celsius heiße Glasschmelze trat durch das Leck aus, was Schichtmitarbeiter von Stölzle rechtzeitig bemerkten und sofort die Feuerwehr alarmierten. „Durch die enorme Hitze war der Einsatz für die Kameraden eine große Herausforderung und extreme körperliche Belastung. Alle zehn bis 15 Minuten mussten die Kameraden ausgetauscht werden“, weiß Jürgen Herzog von der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser, der Donnerstagabend Einsatzleiter war. „Wir haben bis etwa 23.30 Uhr ununterbrochen Löschwasser auf die austretende Schmelze gespritzt, um sie abzukühlen. Dann endlich hatten wir die Situation soweit im Griff, dass nur noch ein Auto mit fünf Mann Besatzung als Brandwache bis Freitagmorgen gegen 5.30 Uhr vor Ort bleiben musste“, so Herzog. Wie er weiter informierte, sei durch die Havarie glücklicherweise niemand verletzt worden. „Ein Kamerad zog sich beim Einsatz allerdings eine Fußverstauchung zu.“

Erleichtert darüber, Glück im Unglück gehabt zu haben, ist man auch bei Stölzle. „Das Wichtigste ist, dass durch die Havarie keine Menschen zu Schaden kamen“, zeigt sich auch Marketingleiter Thomas Schulz erleichtert. Wie das Leck in der erst 2016 in Betrieb gegangenen Glasschmelzwanne entstehen konnte, sei derzeit allerdings noch unklar. Mögliche Ursachen könnten Material- oder Fabrikationsfehler sein. Aktuell sind dies jedoch reine Spekulation. Allerdings waren, laut Schulz, bereits am Freitag Mitarbeiter einer Spezialfirma für Wannenbau in Weißwasser, um auf der Suche nach der Ursache für das Leck die Schadstelle zu sichten und zu begutachten.

Trotz des Zwischenfalls ging bei Stölzle die Produktion ununterbrochen weiter. Selbst die leckgeschlagene Glaswanne blieb in Betrieb. Möglich ist das, da sie aus zwei Kammern besteht, die durch eine Zwischenwand getrennt sind. Während in einer Kammer flüssige Schmelze, derzeit aber mit niedrigerem Stand als normal, weiter für die Produktion nutzbar ist, ist die Kammer mit dem Leck derzeit leer. Sie soll nun, so Schulz, schnellstmöglich repariert werden.

Indes hat Stölzle per Facebook den Wehren öffentlich für ihren Einsatz gedankt. Zuletzt gab es 2018 und im April 2019 Einsätze in der Firma, unter anderem wegen eines defekten Schaltschranks. Kurios bei Wehreinsätzen bei Stölzle ist, das Joseph Schweig wegen der Firmengründung vor 130 Jahren auch die Freiwillige Feuerwehr Weißwasser ins Leben rief.

Quelle: Sächsische Zeitung, Ausgabe Weißwasser, vom 05.08.2019


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Aktualisierung:
05.08.2019


 

Donnerstagabend kam es bei Stölzle Lausitz in Weißwasser zu einer Havarie an einer Glasschmelzwanne, die einen Großeinsatz der Feuerwehr zur Folge hatte.
Foto: J. Rehle