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Döberner traurig und fassungslos über das Ende ihrer Glashütte

Von Angela Hanschke


Traurig und fassungslos haben viele Döberner am Donnerstag auf die Nachricht reagiert, dass die Glashütte versteigert wird. Gabriele Nothnick (50) hat lange dort gearbeitet: „Ich bin sehr traurig über das endgültige Aus.

Für die zuletzt dort Beschäftigten, insbesondere die älteren, ist es doch fast aussichtslos, hier wieder Arbeit zu finden. Wie will man die Jugend im Ort noch halten? Ich hatte auf einen Neubeginn gehofft.“

Margot Schulz (73): „Mir kamen die Tränen, als ich am Morgen die Nachricht im Rundfunk hörte. Ich habe jahrelang als Exportkauffrau im Absatz des Werkes gearbeitet und das Glaswerk auf Messen und im Ausland – unter anderem in Ungarn, Bulgarien und Rumänien – vertreten. Wir waren in Döbern stets stolz auf die Erzeugnisse unseres Glaswerkes. Die Schließung empfinde ich als großen Verlust.“

Direkt betroffen ist Sandra Hildebrand (32): „Ich war als Köchin und Glasverkäuferin dort tätig und wurde zum Ende des Monats gekündigt. Damit war ich eine der Letzten, die dort Arbeit hatten. Nun bin ich arbeitslos und suche einen neuen Job als Köchin. Ich hatte bis zuletzt große Hoffnungen auf Herrn Mader gesetzt.“

Katrin Böttcher (63) wurde bis Oktober als Glasveredlerin eingesetzt: „Wir sind sehr traurig, dass es hier mit der Glasproduktion nicht weitergeht. Das ist für die Region ein großer Rückschlag und das Ende der Bezeichnung ,Glasarbeiterstadt,.“ Eberhard Böttcher (67) ergänzt: „Eine über einhundertjährige Glasmachertradition bricht zusammen.“ Das Glaswerk, in dem er einst als Glasveredler arbeitete, „hat das kulturelle und sportliche Leben in der Stadt gefördert.“

Karina Hempel (42) fühlt mit den Betroffenen: „Diese Branche hat es in der gegenwärtigen schwierigen wirtschaftlichen Lage sehr schwer. Der Abbau der Arbeitsplätze zog sich über viele Jahre. Wir haben gehofft, ein Investor könnte das Glaswerk längerfristig erhalten.“

„Eine Katastrophe nicht nur für die Stadt, sondern für die Region“, sagt Siegfried Sabo (59): „Es gab doch einen Bewerber aus Döbern. Wäre ein bescheidener Neustart nicht besser gewesen, als ein totaler Ausverkauf? Was wird mit dem Gelände geschehen, wenn erst der Maschinenpark verkauft ist? Dann ist der Steuerzahler gefragt, wenn es wieder eine Industrieruine abzutragen gilt. Wären im Glaswerk, in unserer strukturschwachen Region, Beihilfen nicht besser angelegt als in bankrotten Banken?“ 

Quelle: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Forst,  vom 03.04. 2009


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Aktualisierung:
03.04.2009